Mut zum Kompromiss in der Politik
15. März 2026
Wann haben sie sich das letzte Mal mit jemanden so richtig gestritten? Und seien sie ehrlich: Konnten sie sich auf einen Kompromiss einigen? Ein echter Kompromiss, bei dem man seine Extremposition verlässt und einen Schritt auf den anderen zugeht, kann kurzfristig schmerzen. Doch langfristig ist dieser Weg fast immer die beste Wahl, nicht nur im Privaten, sondern vor allem in der Politik.
Das politische System der Schweiz baut auf dem Grundsatz der Konkordanz auf. Mehrheitsfähige Lösungen sind das Ziel, was Mut zum Kompromiss erfordert. Diese politische Stabilität ist ein wesentlicher Teil des Erfolgsmodell Schweiz. Unsere Willensnation mit vier Sprachen und den Gegensätzen von Stadt und Land funktioniert nur, wenn Kompromisse eingegangen werden. Dabei geht es um das gegenseitige Verständnis und um Respekt vor anderen Ansichten.
Umso unverständlicher ist es, dass der Wille zur Einigung heute oft als Zeichen der Schwäche interpretiert wird. Natürlich hat jeder Mensch Themen, welche ihm besonders wichtig sind und für die er mit aller Vehemenz eintritt. Wer jedoch immer für die extreme Lösung kämpft und keinen Millimeter nachgibt, steht am Ende entweder mit leeren Händen da oder blockiert eine gewinnbringende Lösung.
In der Glarner Politik stehen in den nächsten Jahren schwierige Entscheidungen an. Das Geld ist knapp und wir müssen uns entscheiden, was wir uns leisten wollen. Wie viel Steuern wollen wir zahlen, wie viele Schulstandorte oder Freizeitangebote möchten wir unterhalten. Viele dieser Fragen beschäftigen uns bereits jetzt und es wird kaum jemanden geben, der mit allen Entscheiden glücklich sein wird. Auch wenn hierzulande zum Glück das Volk das letzte Wort hat und selber entscheiden kann, was das Beste für den Kanton oder die Gemeinde ist, braucht es Politiker mit Augenmass. Es braucht Mandatsträger, die das Gemeinwohl über Ideologien und Partikularinteressen stellen. Nur so funktioniert das Erfolgsmodell Schweiz.
